Geschichten im Kopf.

Seit Jahren schreibe ich irgendwelche Geschichten. 

 

In meinem Kopf entstehen die Abläufe wie eine Filmszene. Ich schreibe diese Gedankenfilme, erst in meinem Hirn und dann mit Bleistift auf Papier oder in die Notizapp meines Handys oder auf der Tastatur meines Notebooks. 

 

Meine Geschichten sind immer da, ich schreibe Tag und Nacht. Wenn jemand einen Satz sagt, der mir gefällt, dann notiere ich mir den ("den brauch ich noch"). Wenn jemand ein lustiges Erlebnis erzählt, dann frage ich manchmal, ob ich das haben kann für eine Geschichte. Wenn ich einen Einfall habe, dann muss ich diesen sofort notieren, sonst kann dieser Gedankenblitz unwiederbringlich verloren sein. Notfalls müssen Menschen auf mich warten, mit denen ich verabredet bin oder die Leute im Café mir gegenüber bekommen eine Sprechpause verordnet oder das Risotto muss ohne Rühren weiterkochen.

Was gedacht wird, will sofort konserviert werden.  

 

Ich habe tausend Ideen für Buchtitel, aber keine Bücher dazu. 

 

Ich habe eine Sätze-Sammlung, aber nie Romane daraus gemacht. 

 

Ich habe Namen für Titelhelden, aber keine Handlung dazu. 

 

Ich habe Kapitel aufgeschrieben, aber nie weitergemacht.

 

Lange dachte ich, irgendwann werde ich mal eine Romanautorin. Bitte, welche Leistung ist es, so einen Schinken zu schreiben? Vielleicht 300 Seiten, oder gar eine mehrteilige Saga? Ich knie nieder vor Hochachtung! MIr ist das zu viel, die Entstehung überfordert mich. Wie kann man Personen, eine Handlung über so einen langen Zeitraum entwickeln, so dass sich Leser nicht langweilen sondern im Gegenteil? Und nach welchen Vorgaben und Theorien man sich teilweise richten soll - Plotentwicklung, Heldenreise, Dreiakter, Protagonist und Antagonist. Pfff. 

Ich wollte aufgeben. 

 

Ich werde nie ein Buch schreiben, das kann ich nicht. 

 

Das ist zu viel.

 

Aber. Ich kann Kurzgeschichten. Kurze Kurzgeschichten. Erlebnisse aus meinen Leben in Geschichten verpackt. Gedanken, Wünsche, Visionen auf maximal zwei Seiten. Lange dachte ich, wer soll das lesen, die Leute wollen doch Romane. 

 

Und dann, die Erleuchtung kam an einem Sonntagabend um 21.44 Uhr - im Abspann eines romantischen Abendfilms habe ich es gelesen. Ich habe meine Zukunft gesehen, meine Gegenwart, meinen Erfolg. Diese eine berühmte britische Autorin hat auch Kurzgeschichten geschrieben, die in abendfüllende Romanzen verfilmt werden. 

 

Also. Wenn Frau P. das kann, dann mach ich das auch. 

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